„Hahndorf ist Hallenmeister 2025“

Mein Redebeitrag zur Eröffnung der Mehrzweckhalle Hahndorf.

Ansprache zum organisatorischen Ablauf

Danke an die Helfer zwecks Vorbereitung

Anrede

In der morgigen GZ können wir folgenden Spielbericht im Sport lesen:

„Einweihung der Mehrzweckhalle als Triumph nach mehrmaligen Verlängerungen“

Hahndorf, 22. August 2025 – Was für ein Spiel! Nach 20 Jahren, vier Bürgermeisterwechseln und unzähligen taktischen Umstellungen ist der Ball endlich im Netz: Die neue Mehrzweckhalle in Hahndorf wird feierlich eingeweiht – und das mit einem Endstand, der sich sehen lassen kann: eine Halle für alle.

Schon früh in der ersten Halbzeit, im Jahr 2005, brachte der Hahndorfer Klaus-Peter Sonnenberg sein Team mit einem mutigen Vorstoß in Führung. Was war passiert? Auf einer Schreibmaschine – heute wissen schon viele gar nicht mehr, was das ist – formulierte er den ersten Antrag zum Neubau. Die Fans waren begeistert, doch die Gegner – Haushaltslage, Verwaltungschaos und politische Allstars – konterten gnadenlos.

Die folgenden Spielminuten in den Jahren 2007 bis 2011 waren geprägt von Ballverlusten und taktischen Fehlgriffen. Man merkte: es war Derbytime, es sollte Pokalgeschichte geschrieben werden im Duell zwischen einem Underdog aus Hahndorf und dem Rekordmeister aus Goslar. 

Dann der erste Verletzungsschock: Die Haushaltslage war defizitär, das Projekt wurde auf die Ersatzbank gesetzt. Die Enttäuschung war groß, die Moral im Team Hahndorf angeschlagen. 

Doch dann, in der 65. Spielminute – oder besser gesagt: im Jahr 2010 – kam der Wendepunkt. Bei einem lockeren Bierchen in der alten Halle fasste ein engagierter Spieler (der heutige Redner) den Entschluss: „Jetzt reicht’s – ich kümmere mich drum. Oder anders, wer kennt es nicht (?): “Weiter, immer weiter.“

Mit einem durchdachten Konzept, neuer Spielstrategie und Finanzierungsvorschlägen ging es in die Offensive. Die Technik hatte sich inzwischen weiterentwickelt – das iPad kam auf den Markt, und somit wurde auch die Hahndorfer Spielweise digitaler und trotz wechselnder Vereinsvorsitzender blieb man bei seiner Linie treu. 

Doch die Gegner blieben hartnäckig: vier Bürgermeister, zwei GGM-Chefs, Wechsel in den Fachbereichen Offensive und Defensive in der Verwaltung sowie Planungen, die sehr variabel daherkamen. 

Zudem investierte der Rekordmeister kräftig in seinen Kader und rief Summen für den Neubau zwischen 1,9 und 3,1 Mio. € (ggf. gemeinsam mit dem erforderlichen Neubau des Feuerwehrhauses) auf. 

Hahndorf konnte nur mit Finesse und Taktik dagegenhalten. Man sammelte Analysen, entwickelte Entwurfspläne zur spielerischen Umsetzung in drei gefüllten Leitz-Ordnern, einer Vielzahl an Protokollen, Gesprächsnotizen und jede Menge Dateien – und Skizzen – wer erinnert sich nicht an die auf Butterbrotspapier gezeichneten Entwürfe unserer Grundschullehrerin Alke.:)

Die Spielzeit verlängerte sich weiter– 7288 Tage bis heute, um genau zu sein. Team Hahndorf blieb dran.

Die Arbeitsgemeinschaft diskutierte, plante, motivierte, setzte den Gegner weiter unter Druck und gewann zunehmend Fans und Sympathisanten auch in des Gegners Reihen. 

Und dann, endlich, in der Nachspielzeit, fiel das entscheidende Tor: Die Halle wurde in der 20. Minute der 25. Verlängerung, oder besser Anfang 2025 fertiggestellt.

Die ersten Spielzüge in der neuen Arena waren vielversprechend: aber es waren gar nicht die Fußballer, sondern Tischtennisspieler eröffneten das Match, Radballer hinterließen erste Bremsspuren, und die Grundschulkinder stürmten das Feld mit Begeisterung. Den Fans im Mehrzweckraum wurde die Möglichkeit geboten, das Spielgeschehen in der Halle live zu verfolgen – ein echter Zugewinn für Aktive und Funktionäre.

Der Kapitän der Hahndorfer Arbeitsgemeinschaft bedankte sich mit dem Schlusspfiff bei allen Mitspielern, Unterstützern und dem Trainerstab aus Verwaltung und Gebäudemanagement für das hart umkämpfte, aber faire Spiel. Und wenn ich jemanden vors Schienbein getreten habe: „Sorry, das passiert schon mal.“ (Kommentar des Redakteurs: ganz ehrlich, auf Seiten der Stadt und des GGMs gab es viele tolle Unterstützer. Vielen Dank.)

Besonders hob er aber die Leistung seiner Mannschaft hervor: „Großes gelingt im Team – und manchmal bringt ein Bierlaune-Moment den entscheidenden Pass.

Zur Siegerehrung kamen die Sportler zwar nicht in T-Shirts mit der Aufschrift „Hahndorf ist Hallenmeister 2025“, aber freudestrahlend präsentierten die Hahndorfer Vereine und Verbände den anwesenden Fans ihren Pokal für diesen historischen Sieg.

Enthüllung des MZH-Schildes durch dir Vorstände.


Fazit:
Die neue Mehrzweckhalle, „unsere Halle“, ist mehr als eine Sportstätte. Sie ist ein Ort der Begegnung, des Sports, der Gemeinschaft. Ein architektonischer Beweis dafür, dass Hartnäckigkeit sich auszahlt – und dass man mit Leidenschaft, Ausdauer und Teamgeist auch ein Spiel über zwei Jahrzehnte gewinnen kann.

Und auch wenn die noch fehlenden Außenanlagen nur erahnen lassen, wie das gesamte Areal einmal aussehen wird – für Hahndorf, seine Schule und Kindergarten, Vereine und Verbände sicherlich ein besonderer Moment und am Ende auch für alle am Bau beteiligten Personen. 
Vielen Dank.

Foto von links: Marcus Habig-Sdralek (FFW), Dirk Noll (DRK), Rüdiger Heine (RCG), Norbert Schecke (AG Hahndorf), Tanja Sonnenberg (AfH), Dr. Gerd Huiras (HTC), Pascal Czwojdrak (SVH), Georg Nalborczyk (GN Metall- und Schweißtechnik, Hersteller des Schildes)

Einführung von Ortsvorstehern in allen Stadtteilen, siehe Vorlage 2018/016-03

Beschlussvorschlag:

  1. Die Verwaltung definiert für den Bereich der Stadt Goslar (Bereich vor der Städtefusion mit der Stadt Vienenburg) Grenzen für Ortsteile, die für die Installation eines Ortsvorstehers/einer Ortsvorsteherin in Frage kommen (§90 I NKomVG).
  2. Der Rat beschließt mit der Hauptsatzung die Bestellung von Ortsvorsteherinnen / Ortsvorstehern sowie eines Vertreters für die jeweiligen Ortsteile.

Begründung (basierend auf Mitteilung zur o.g. Vorlage):

Die Stadt Goslar hat seit dem 01.01.2014 insgesamt sieben Gebietsteile die gem. § 90 I des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) durch die Hauptsatzung zu einer Ortschaft bestimmt wurden. Diese sind Hahnenklee/Bockswiese, Immenrode, Lengde, Lochtum, Vienenburg, Weddingen und Wiedelah. 

Die Ortschaft Hahnenklee/Bockswiese besitzt gem. § 91 NKomVG einen Ortsrat, bestehend aus 11 Mitgliedern. Ein/e Ortsbürgermeister/in und ein/e stellv. Ortsbürgermeister/in wird aus der Mitte der Mitglieder gewählt. Die Ortschaften Immenrode, Lengde, Lochtum, Vienenburg, Weddingen und Wiedelah werden gem. § 96 NKomVG durch ein/e Ortsvorsteher/in repräsentiert. 

In der Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt Goslar am 5. Februar 2020 hat die Politik um eine Aufstellung der Möglichkeiten zur Bildung, Änderung und Aufhebung von Ortschaften gebeten. Bildung von Ortschaften Nach § 90 I NKomVG können Gemeindeteile einer Gemeinde, deren Einwohnerinnen und Einwohner eine engere Gemeinschaft bilden, durch die Hauptsatzung zu Ortschaften bestimmt werden. Zugleich legt die Hauptsatzung fest, ob Ortsräte gewählt oder Ortsvorsteherinnen oder Ortsvorsteher bestellt werden. Änderung von Ortschaften Die Änderung der Grenzen von Ortschaften ist gem. § 90 IV NKomVG nur zum Ende der Wahlperiode der Abgeordneten (vgl. § 47 II NKomVG, fünf Jahre), folglich zum 31. Oktober 2021, – jetzt: 31. Oktober 2026 – zulässig.

Die Aufhebung von Ortschaften ist gem. § 90 IV NKomVG nur zum Ende der Wahlperiode der Abgeordneten (vgl. § 47 II NKomVG, fünf Jahre), folglich zum 31. Oktober 2021 – jetzt: 31. Oktober 2026 – , zulässig. 

Wurden Ortschaften aufgrund eines Gebietsänderungsvertrages eingerichtet, so kann der Rat, gem. § 90 III NKomVG, die entsprechenden Vorschriften der Hauptsatzung nur mit einer Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder aufheben. Zusammenfassung Die Entscheidungskompetenz, ob Ortschaften gebildet, geändert oder aufgehoben werden, liegt gemäß Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetzes beim Rat der Stadt Goslar als kommunalrechtliches Organ.

Eine kommunalrechtliche Frist, nach NKomVG, gibt es bei der Bildung, Änderung oder Aufhebung von Ortschaften nicht. Gleichwohl muss die Entscheidung bis spätestens 120 Tage vor der Kommunalwahl dahingehend feststehen, dass die entsprechende Wahlbekanntmachung der Wahlleitung erfolgt.

Die Erfahrungen der letzten Jahre lassen die CDU zu dem Entschluss kommen,

dass es für die Ortsteile wichtig ist, einen Ansprechpartner/eine -Ansprechpartnerin vor Ort zu haben, die die Kommunikation zwischen Verwaltung und Politik sicherstellen kann. 

Das Fehlen eines Ansprechpartners, insbesondere dann, wenn kein Ratsmitglied im Ort vertreten ist, wäre durch einen Ortsvorsteher nebst Vertreter/-in gegeben. Zudem erfolgt eine Gleichbehandlung aller Ortsteile. 

Für die CDU-Ratsfraktion

Norbert Schecke, Fraktionsvorsitzender

Persönliche Stellungnahme zur Entwicklung des Kaiserpfalzquartiers

Die aktuelle Diskussion rund um das Kaiserpfalzquartier bewegt mich zutiefst. „Alles zurück auf Anfang“ – das klingt nach einem bequemen Ausweg, ist aber für mich keine akzeptable Option. Zu viel wurde bereits gedacht, diskutiert, entschieden. Die Abkehr vom Projekt macht mich wütend, weil ich sie für falsch halte – nicht nur stadtplanerisch, sondern auch demokratisch.

Ich respektiere die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange. Sie sind wichtig, um unterschiedliche Perspektiven in einem Bauvorhaben zu berücksichtigen. Doch die Pressemitteilung von vier Verbänden – BUND, NABU, Heimatbund und Geschichtsverein – hat diesen Prozess vorweggenommen und ein Urteil gefällt, das nicht als „stark pointiert“ zu bewerten ist, sondern mit seiner Stoßrichtung kalkuliert und gewollt war. Ich empfinde diese Vorgehensweise als unredlich. Die Unterstellungen gegenüber Herrn Tessner und die Parallelen zur Kaiserpassage, die zudem seitens der Verfasser in sozialen Medien gezogen wurden, sind aus meiner Sicht ebenfalls suggestiv und sollen die Aussagen in der Pressemitteilung verstärken.

Die Behauptung, die Auswirkungen dieser Pressemitteilung seien nicht gewollt gewesen, wirkt daher fragwürdig. Ich frage mich zudem: Stehen wirklich alle Mitglieder dieser Verbände hinter den Aussagen ihrer Vorsitzenden? Wurde die Pressemitteilung intern abgestimmt – nicht nur zwischen den Verbänden, sondern auch innerhalb der jeweiligen Mitgliedschaften und Vorstände (Anmerkung: am 19.08. wurde mir gegenüber dieses von Mitgliedern verneint) ? Besonders kritisch sehe ich die Personalunion mancher Funktionen, die eine ausgewogene Meinungsbildung erschweren.

Wie viele Menschen in unserer Stadtgesellschaft werden durch diese Verbände tatsächlich repräsentiert? Und wie viel Gewicht darf eine Minderheit bekommen, wenn eine klare Mehrheit sich im Rahmen des Bürgerbegehrens für das Kaiserpfalzquartier ausgesprochen hat? Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich engagiert, ihre Stimme erhoben und sich für die Realisierung eingesetzt. Das darf nicht einfach übergangen werden.

Die aktuellen Aussagen eines Initiators des Bürgerbegehrens, Detlef Vollheyde, zeigen deutlich, dass es nicht nur um die finanzielle Beteiligung der Stadt an der Stadthalle ging („bedauere den schlagartigen Rückzug nicht“), sondern um deren grundsätzliche Verhinderung – und damit auch um die Blockade des gesamten Quartiers. Allen Beteuerungen von damals, dass man nicht gegen das Quartier sei, sind somit widerlegt.

Ein Parkplatz allein ist mir für dieses Areal zu wenig. Allein die geplante Grünfläche wäre ein echter Gewinn für unsere Innenstadt – für Aufenthaltsqualität, für Klimaschutz, für das Stadtbild. Das einfach aufzugeben, wäre ein Rückschritt. Auf die Notwendigkeit einer Stadthalle muss ich gar nicht hinweisen, betrachtet man die wirtschaftlichen Auswirkungen bei einer Abkehr des Verkehrsgerichtstags, einer Vielzahl an möglichen Veranstaltungen und heute noch gar nicht absehbaren Angeboten.

Ich hoffe inständig, dass das nicht das Ende ist. Dass wir noch einmal innehalten, neu bewerten und dem Kaiserpfalzquartier eine echte Chance geben. Denn Stadtentwicklung braucht Mut, Weitsicht und den Willen zur Gestaltung – nicht zum Rückzug.

Norbert Schecke