Grundsätzlich begrüßt die CDU-Fraktion, dass das so wichtige Thema der Neuausweisung von Gewerbegebieten endlich auch bei der Verwaltung die notwendige Aufmerksamkeit bekommt, die für die Zukunft der Stadtentwicklung so wichtig ist. „Seit Jahren stellen wir fest, dass die bestehenden Gewerbegebiete in Goslar vollgelaufen sind. Entsprechend begrüßen wir die jetzige Entwicklung sehr“, so Ratsherr und Steuerberater Bengt Kreibohm und erwähnt, dass verwaltungsseitig trotz mehrfacher Hinweise der CDU und anderer Fraktionen diesem Ansinnen nicht ausreichend nachgegangen wurde. Das ist aus CDU-Sicht ein strukturelles Versäumnis, das nun endlich behoben werden muss. Unternehmen warten, Chancen gehen verloren – und die CDU sieht darin ein hausgemachtes Problem, so dass bekanntermaßen Anfragen nicht adäquat befriedigt werden konnten.
Vor diesem Hintergrund hat in der letzten Sitzung des Bauausschusses Ratsherr Michael Deike für die CDU-Fraktion die klare Zustimmung zur Vorlage „Entwicklung eines Gewerbegebiets Im Rabickfelde“ in Vienenburg signalisiert. Bereits in der „Stadt Vienenburg“ bestand ein breiter politischer Konsens, die Fläche als Gewerbegebiet zu erschließen. Ferner gab es im Jahre 2017 einen weiteren Anlauf, eine gewerbliche Verwendung für das Areal zu finden. Die Planungen sahen einen Autohof vor. Leider geriet diese Entwicklung ins Stocken und wurde dann fallen gelassen. Nun der dritte Anlauf, der hoffentlich die für Goslar dringend gebrauchten Gewerbefläche bringt. Die hervorragende verkehrs-technische Anbindung für dieses Gelände bietet die beste Voraussetzung. „Dieser Anlauf darf nicht scheitern.“ so der Vienenburger Deike.
Kritischer sieht die CDU die Situation im geplanten Gewerbegebiet Jerstedt, „nicht wegen der Schaffung einer Fläche, aber wegen der verkehrlichen Anbindung.“ so Ratsherr Claus Roschanski, ebenfalls in der letzten Sitzung des Bauausschusses, und verwies auf Stimmen, die bereits an seinen Fraktionsvorsitzenden und Hahndorfer Norbert Schecke herangetragen wurden. Die CDU fordert eine klare und belastbare Darstellung, wie der Verkehr von der B6 kommend auf die Hahndorfer Straße geführt werden soll, ohne die Anwohnerinnen und Anwohner zusätzlich zu belasten. Die Hahndorfer Straße ist bereits heute stark beansprucht; weiterer Verkehr würde die Situation spürbar verschärfen. Die CDU warnt ausdrücklich vor zusätzlichem Schleichverkehr, der sich absehbar entwickeln wird, wenn keine wirksamen Maßnahmen wie Tonnage‑Begrenzungen oder eine gezielte Steuerung der Gewerbeansiedlungen ergriffen werden.
Deutlich wurde die Kritik auch aus Hahndorf kolportiert. Die Nähe zur A36 führt bereits heute zu Ausweichverkehr, und die CDU sieht die reale Gefahr, dass sich dieser Verkehr – insbesondere Schwerlastverkehr – künftig massiv verstärken wird, wenn die Mautpflicht umgangen werden soll. Die extrem schmale Kreuzung in Hahndorf ist ein infrastrukturelles Nadelöhr, das schon jetzt problematisch ist und bei zusätzlichem Verkehrsaufkommen zu erheblichen Gefährdungen führen würde. Die CDU fordert deshalb eine umfassende und ehrliche verkehrliche Gesamtbetrachtung, die nicht nur Jerstedt, sondern auch Hahndorf, Immenrode und Weddingen einbezieht.
Für die CDU ist klar: Gewerbegebiete sind notwendig, aber sie müssen verantwortungsvoll geplant werden. Die Verwaltung muss belastbare Antworten liefern. Die Menschen in Jerstedt, Hahndorf und den umliegenden Ortschaften haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Veränderungen auf sie zukommen – und wie die Stadt diese steuern will. Die CDU erwartet eine transparente, fachlich fundierte und zeitnahe Klärung aller offenen Punkte.
In diesem Kontext bezieht die CDU in Person des Finanzausschussvorsitzenden Dr. Pascal Bothe auch noch einmal Stellung zur Weiterentwicklung des Gewerbegebiets an der Gutenbergstraße. „Damit gewinnt das Areal optisch wie wirtschaftlich wieder an Attraktivität. Dennoch bedauern wir, dass am Ende keine Lösung gefunden wurde, die den guten und ursprünglichen Plänen der Tescom entspricht.“
„Wir hätten uns sehr gefreut, wenn die von der Tescom als Eigentümerin vorgeschlagene Lösung umgesetzt worden wäre,“ so Bothe. „Die ursprünglich geplante Mischung aus einem neuen Lidl, einem Denn`s Biomarkt und einem Tierfachhandel hätte das Angebot für Goslar ideal ergänzt“, macht Kreibohm klar.
Der Bedarf an zusätzlichen Angeboten – etwa im Bereich Tierfutter, Biomarkt oder Drogerie – wurde von den Investoren klar aufgezeigt und wäre eine sinnvolle Ergänzung für Goslar gewesen. „Ob wir in Goslar noch einen weiteren Möbelmarkt brauchen, ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten kann.“ meint Kreibohm.
Es ist bedauerlich, dass die Entscheidungskompetenz in Braunschweig liegt und nicht in der Nähe, wo man die lokalen Bedarfe besser einschätzen kann“, erklärt Pascal Bothe. „Dennoch bleibt für uns fraglich, warum eine Behörde 50 Kilometer entfernt, entscheiden soll, was für Goslar richtig ist.“
Wichtig ist für die Christdemokraten, dass solche Entscheidungen in Zukunft näher an den kommunalen Bedürfnissen getroffen werden.
Die CDU sieht die Rolle des Regionalverbands kritisch und bedauert, dass sich die Stadt Goslar hier nicht durchsetzen konnte.
Michael Deike, Dr. Pascal Bothe, Bengt Kreibohm, Claus-E. Roschanski, Norbert Schecke